Fünf Fragen an die Schiller-Schule Bochum

Die Schulsiegerinnen der Schiller-Schule Bochum und Publikumspreisträgerinnen des Bundeswettbewerbs 2020 Charlotte Stank und Anna Fromme

Von Maximilian Beyer // 31. März 2021


Die Schiller-Schule Bochum ist seit 2020 Jugend präsentiert-Schule. Die Schulsiegerinnen Anna Fromme und Charlotte Stank, die auf dem Foto zu sehen sind, sind Publikumspreisträgerinnen des Bundeswettbewerbs 2020. Im Interview erklären die Lehrkräfte und Jugend präsentiert-Multiplikator*innen Felicitas von der Meden und Thomas Toczkowski, was sich an ihrer Schule beim Thema Präsentieren verändert hat, seit sie Jugend präsentiert-Schule sind und wie sie Jugend präsentiert im Kollegium sowie bei den Schülerr*innen etablieren. 

Die Schiller-Schule Bochum ist seit 2020 Jugend präsentiert-Schule. Was hat sich dadurch beim Thema Präsentieren an Ihrer Schule verändert?

Die Schiller-Schule hat vor gut anderthalb Jahren angefangen, die Schüler*innen der Sekundarstufe I im Unterricht mit iPads arbeiten zu lassen. Dass die Nutzung solcher digitalen Geräte nicht nur in der Anschaffung aufwendig ist, sondern auch methodisch eingeführt werden muss, hat unser Kollegium vor große Herausforderungen gestellt. Jugend präsentiert erwies sich da als guter Partner, denn in der Vorbereitung auf die Vorträge und mit Hilfe des wertvollen Materials von Jugend präsentiert konnten wir den Schüler*innen Kompetenzen wie Recherchieren, Planen und Erstellen von Präsentationen, Medienauswahl und nicht zuletzt das Präsentieren näherbringen. Mittlerweile nutzen die Schüler*innen von der 5. Klasse bis zum Abitur fast lückenlos iPads und die Aufforderung „erstellt eine Präsentation über eure Gruppenarbeit“ lässt keine fragenden Gesichter mehr zurück.

Das letzte Jahr war durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Durch die Einschränkungen war auch bei Ihnen über lange Zeit kein Regelbetrieb möglich. Wie setzen Sie das Thema Präsentieren im Distanzunterricht um?

Gerade in Distanz geht es darum, den Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, eigenständig (ggf. in kleinen Gruppen) zu arbeiten und sich im Klassen- oder Kursverbund über die Ergebnisse auszutauschen. Vor allem kurze Präsentationen, die in einer Videokonferenz übertragen werden können, eignen sich dafür ideal. Die vorbereiteten Präsentationen (oder Moderierenden-Notizen) können zudem als Grundlage für Diskussionen mit der Lehrkraft genutzt werden und dienen ggf. auch der Notenfindung.

Welche Tipps und Tricks haben Sie, um Schüler*innen für den Wettbewerb von Jugend präsentiert zu begeistern?

Zeiträume geben! Nach einigen vergebenen Anläufen hat sich die Sogwirkung des Wettbewerbs an unserer Schule erst eingestellt, als wir den Schüler*innen Zeiträume freigestellt haben, in denen sie an den Vorträgen arbeiten können. In der Jahrgangsstufe 7 wurde im NaWi-Bereich vereinbart, dass alle Schüler*innen im Unterricht (und in den Hausaufgaben) zeitweise an den Vorträgen arbeiten dürfen. Dadurch ergibt sich eine Verbindlichkeit und auch ein kollektiver Wettbewerb auf Klassenebene. Wenn die Schüler*innen merken, was sie zu leisten im Stande sind und dass sie ein positives (oder positiv-kritisches) Feedback erhalten, sind sie auch bereit in den kommenden Jahren von sich aus Zeit für die Teilnahme aufzuwenden. Wichtig ist ebenso, engagierte Lehrkräfte zu involvieren und über die Inhalte und Methoden zu informieren. Ein guter kollegialer Zusammenhalt ist da von großem Vorteil.

Wie vermitteln Sie die Inhalte von Jugend präsentiert an Kolleg*innen Ihrer Schule?

Den Auftakt machte eine gemeinsame Fortbildung im Rahmen eines pädagogischen Tages, wo sich die meisten Lehrkräfte der Fächer Biologie, Chemie und Physik, aber auch einige der Mathematik und Informatik, die Grundlagen der Idee hinter Jugend präsentiert angeschaut haben und gemeinsam überlegen konnten, wie eine Umsetzung an unserer Schule möglich wäre. Die Einigung auf ein Ausprobieren in Jahrgangsstufe 7 erfolgte sehr spontan und konnte auch direkt im folgenden Schuljahr weitgehend unproblematisch umgesetzt werden. Nach und nach interessieren sich mehr Kolleg*innen für die Methoden und nutzen sie auch in anderen Unterrichtskontexten. Leider hat die Teilnahme am Wettbewerb noch keine großen Wurzeln in der Schülerschaft geschlagen, aber das ist für die nächsten Jahre auf jeden Fall geplant.

Was sind die nächsten Schritte, die Sie in Bezug auf Jugend präsentiert in Zukunft umsetzen möchten?

Die bessere Durchwirkung des Kollegiums mit Hilfe von geeigneten schulinternen Fortbildungen und die jährliche Teilnahme der 7. Klasse am Schulwettbewerb soll bestehen bleiben und gefestigt werden. Ebenso wäre es wünschenswert, den Wettbewerb auch in der Sekundarstufe II zu etablieren, um das Ansehen und den Anspruch an die Vorträge zu steigern. In einer alljährlichen Veranstaltung unserer Schule, den „Schillernden Projekten“, bei der alle besonderen Projektarbeiten und Arbeitsergebnisse der unterschiedlichen Fächer vorgestellt werden, haben die Jugend präsentiert-Sieger*innen bereits seit zwei Jahren einen Stammplatz.

 

Fotos © Schiller-Schule Bochum


Maximilian Beyer

Projektbüro // Wissenschaft im Dialog Berlin