Fünf Fragen an Dr. Carmen Lipphardt zu den digitalen Multiplikatorentrainings

Carmen Lipphardt

Von Maximilian Beyer // 2. Februar 2021


Die Multiplikatorentrainings von Jugend präsentiert finden im Frühjahr 2021 in digitaler Form statt. Im Interview spricht Dr. Carmen Lipphardt von der Forschungsstelle Präsentationskompetenz der Universität Tübingen über die Umstellung der sonst analog stattfindenden Trainings, die inhaltlichen Schwerpunkte und welche Vorteile die digitale Variante den teilnehmenden Lehrkräften bietet. 

Die Multiplikatorentrainings von Jugend präsentiert finden 2021 zum ersten Mal in digitaler Form statt. Was erwartet die Lehrkräfte in den Trainings? 

Die Lehrkräfte erwartet ein vielfältiges Angebot, das sich inhaltlich sehr an unseren gewohnten Präsenz-Multiplikatorentrainings orientiert. Wir möchten also auch mit unserem Online-Angebot Grundlagen im Bereich der Präsentation vermitteln. Zusätzlich haben wir uns dazu entschieden, die Online-Präsentation als besonderen Schwerpunkt zu behandeln. 

Gleichzeitig war uns aber auch klar, dass wir die Multiplikatorentrainings I und II nicht einfach so in die digitale Welt übertragen können. Zweieinhalb Tage in einem Online-Training zu verbringen wäre nicht nur fern der Realität, die Lehrkräfte gerade erleben, es wäre auch kein zielführendes Lernsetting. Wir haben uns deshalb überlegt, die einzelnen Themen in kürzere Workshops einfließen zu lassen. Dabei gibt es immer mehrere Termine zur Auswahl, damit die Lehrkräfte das Training insgesamt an ihre zeitlichen Möglichkeiten anpassen können.

Bei den „Multiplikatorentrainings digital“ wird ein besonderer Fokus auf die Online-Präsentation gelegt. Warum diese Ausrichtung?

Das ist richtig, die Online-Präsentation bildet einen besonderen Schwerpunkt unserer Frühjahrstrainings. Die Online-Präsentation hat durch die Sars-Cov-2-Pandemie erheblich an Bedeutung gewonnen und sie wird auch nach der Pandemie als wichtiges Kommunikationsformat erhalten bleiben. Uns ist es wichtig, mit einem entsprechenden Angebot einen Beitrag dazu zu leisten, dass Schülerinnen und Schüler auch in diesem Bereich gefördert werden.

Die Termine für die einzelnen Trainingseinheiten sind über das gesamte Frühjahr verteilt und ermöglichen den Lehrkräften damit eine zeitliche Flexibilität. Welche weiteren Vorteile bietet die digitale Umsetzung der Multiplikatorentrainings?

Die Aufteilung der Workshops auf viele einzelne Einheiten, zwischen denen jeweils etwas Zeit liegt, bringt auch den Vorteil mit sich, dass die Lehrkräfte sich zwischen den Einheiten selbstständig mit den Themen beschäftigen können. Ermöglicht wird das durch eine eigens für Jugend präsentiert eingerichtete Lernplattform, auf der wir begleitend zu den verschiedenen Workshops Materialien bereitstellen werden. Sofern es ihre Zeit zulässt, können Lehrkräfte sich dort auch mit anderen Teilnehmenden verabreden, wodurch weitere Formen der Zusammenarbeit erlebbar werden. Wir kombinieren folglich synchrone mit asynchronen Phasen, was den Vorteil bietet, dass wir unsere Inhalte über einen längeren Zeitraum vermitteln können. Die Lehrkräfte haben also nicht nur zeitliche Flexibilität, sondern auch die Möglichkeit, die Intensität, in der sie sich mit einem Thema beschäftigen, selbst zu dosieren. 

Die Multiplikatorentrainings mit ihrem umfassenden Programm in die digitale Welt zu übertragen klingt nach keiner leichten Aufgabe. Wie seid ihr bei der Umstellung vorgegangen? 

Wir haben uns bei der Konzeption zunächst darauf besonnen, was wir in unseren Fortbildungen gerne vermitteln möchten und uns die Frage gestellt: „Was sind die zentralen Lern- und Kompetenzziele, die es bei den Schülerinnen und Schülern zu fördern gilt?“. Auf diese Weise haben wir die für uns zentralen Kerngedanken herausgefiltert, die wir dann priorisiert haben. Denn die digitale Ausgabe unserer Trainings muss in kürzeren Einheiten umgesetzt werden, weil allzu lange Online-Phasen nicht umsetzbar schienen. Zusätzlich kamen neue Inhalte dazu, weil die Online-Präsentation und deren Vermittlung ins Multiplikatorentraining integriert werden sollte. Deshalb haben wir hierfür komplett neue Workshops konzipiert, die mit sehr ausführlichen Materialien begleitet werden. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit war und ist deshalb auch die Beschäftigung mit der aktuellen Forschungsliteratur.

Wie wird es nach den jetzt stattfindenden Trainings weitergehen? Wird es weitere digitale Angebote geben und was bleibt von diesen, wenn auch analoge Fortbildungen wieder möglich sind?

Uns ist mit Blick auf unser künftiges Trainingsangebot wichtig, dass wir thematisch weiterhin up to date sind und beispielsweise neue Formate in den Blick nehmen. An dem Thema Online-Präsentation möchten wir daher weiterhin arbeiten. Gleichzeitig sind die Bedürfnisse der Lehrkräfte für uns eine wichtige Orientierung. Bereits im letzten Jahr, bei der Durchführung unserer ersten Online-Seminare, haben wir die Teilnehmenden zu unserem Angebot befragt. Diese Informationen waren für die weitere Konzeption sehr hilfreich. Deshalb evaluieren wir auch unser Frühjahrsprogramm. Unser Ziel ist es, auch weiterhin ein für Lehrkräfte hilfreiches Angebot im Bereich Präsentationskompetenz zu bieten.

 

Foto © Gerhard Kopatz für Jugend präsentiert


Maximilian Beyer

Projektbüro // Wissenschaft im Dialog Berlin