Gemeinsam stark für die Zukunft: Wie das Jugend präsentiert-Netzwerk NRW gemeinsam die neue Oberstufenreform anpackt
Wenn sich rund 40 Lehrkräfte aus dem Jugend präsentiert-Netzwerk, Landeskoordinator Raimund Lukannek und Team-Mitglied Rebecca Wilbertz an einem Freitagmorgen freiwillig in einer Schule zusammenfinden, dann muss es dafür einen besonderen Grund geben. An der Schiller-Schule Bochum war dieser Grund das allererste Netzwerktreffen NRW von Jugend präsentiert. Die Erwartungen im Raum waren von Beginn an spürbar: Neben der Vorfreude auf das Wiedersehen oder Kennenlernen brachten viele Teilnehmende auch drängende Fragen mit. Das Teilnehmer*innenfeld spiegelte die wunderbare Vielfalt des Netzwerks wider: Erfahrene „alte Hasen“, die schon seit Jahren als ausgebildete Multiplikator*innen die Jp-Methoden fest in ihrem Unterricht verankert haben, saßen Seite an Seite mit motivierten “Neulingen”. Sie alle einte der Wunsch, das Netzwerk in NRW enger zu knüpfen und gemeinsam nach vorn zu blicken.
Die Oberstufenreform im Visier: Impulse und Workshops
Der Anlass des Treffens hätte kaum aktueller sein können. Über der Veranstaltung schwebte ein Thema, das die Gemüter in den Lehrerzimmern des Landes derzeit stark bewegt: die für das kommende Schuljahr angekündigte Oberstufenreform (APO GOSt). Was kommt auf uns zu? Wie verändern sich die Strukturen? Besonders zwei Aspekte brannten den Anwesenden unter den Nägeln: Wie gestalten wir zukünftig Projektkurse sinnvoll und worauf kommt es bei den neuen Präsentationsprüfungen an?
Einen exzellenten Einstieg in die Thematik bot Dr. Fabian Ruth von der Forschungsstelle Präsentationskompetenz der Universität Tübingen. Mit seinem fundierten und gleichzeitig praxisnahen Input zog er die Zuhörenden sofort in seinen Bann. Seine Ausführungen zur Struktur und Planung von eigenen Vorträgen aber auch dem Umgang mit KI trafen auf absolut gespannte Ohren und lieferten die perfekte Steilvorlage für die anschließenden Programmpunkte. In zwei parallelen Workshops ging es danach ans Eingemachte, wovon sich ein Workshop der neuen Oberstufenreform in Nordrhein-Westfalen widmete und ein anderer dem Austausch zur Gestaltung des Projektkurses. Hier wurde nicht nur zugehört, sondern intensiv und auf Augenhöhe diskutiert, gebrainstormt und konkret gearbeitet, um gangbare Wege für den eigenen Schulalltag zu entwickeln.
Austausch mit Grillwurst
Doch wer Jugend präsentiert kennt, weiß, dass ein solches Treffen von weit mehr lebt als von reinem Fachinput. Die Atmosphäre an der Schiller-Schule war vom ersten Moment an produktiv, positiv und ausgesprochen freundlich. Ein echtes Highlight war die Mittagspause: Bei frischen Brötchen und brutzelnder Grillwurst kam genau der informelle Austausch zustande, der im oft stressigen Schulalltag zu kurz kommt. Hier durfte gelacht, aber auch mal tief durchgeatmet werden. Es wurden ganz offen Sorgen bezüglich der Reform ausgetauscht, doch im selben Atemzug wurden auch schon wieder neue Kooperationen vereinbart. Wichtig für alle Anwesenden war das befreiende Gefühl, mit den Unwägbarkeiten der Bildungspolitik nicht allein zu sein, sondern eine starke Gemeinschaft im Rücken zu wissen, die die Dinge gemeinsam anpackt.

Das beruhigende Fazit: Wir sind bereit!
Am Ende des intensiven Tages stand eine zentrale und überaus ermutigende Erkenntnis fest: Mit dem Material und den Methoden von Jugend präsentiert sind unsere Schulen hervorragend aufgestellt. Während die neuen Anforderungen der APO GOSt für ganz viele andere Schulen im Land quasi aus der Luft gegriffen wirken und große Hürden darstellen, bereiten die Jp-Lehrkräfte ihre Schüler*innen bereits seit Jahren genau auf diese Kompetenzen vor. Das, was nun offiziell gefordert wird – sicheres Auftreten, das Strukturieren von Inhalten und medienkompetentes Präsentieren –, ist im Jp-Kosmos längst gelebter Alltag.
So war das erste Netzwerktreffen in NRW eine rundum grandiose Veranstaltung, deren positive Energie noch lange in den Schulalltag hineinwirken wird.