Gemeinsam Unterricht weiterdenken: Das war der Lab Day Grundschule 2026 in Kassel

Vier Lehrkräfte sitzen um einen Tisch herum und sprechen miteinander, sie haben Laptops und Tablets vor sich.

Wie gelingt gutes Präsentieren schon in der Grundschule? Beim Lab Day Grundschule 2026 entwickelten Lehrkräfte aus dem Jugend präsentiert Kids-Netzwerk neue Unterrichtsideen, tauschten Erfahrungen aus und arbeiteten gemeinsam an Materialien für die Praxis.

Lab Day heißt Laborarbeit: Es geht darum, sich auszutauschen, gemeinsam Neues zu denken und umzusetzen, sodass am Ende alle Teilnehmenden mit konkreten Ergebnissen und Erkenntnissen wieder nach Hause fahren. Grundschullehrkräfte aus dem Jugend präsentiert Kids-Netzwerk bekommen dafür beim jährlichen Lab Day Grundschule den idealen Rahmen gestellt. Für Mai 2026 stand Kassel auf dem Plan und im Lauf von rund zwei Tagen sind einmal mehr viele spannende Übungen und Materialien für den Unterricht entstanden, die noch vor Ort hochgeladen wurden und dem Jugend präsentiert Kids-Netzwerk jetzt im internen Lab-Bereich zur Verfügung stehen. Das Motto lautete in diesem Jahr "Erfolgreich (Poster) gestalten, um erfolgreich zu präsentieren" - im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gestaltungsprozesse im Unterricht sinnvoll aufgebaut werden können.

Neben den Arbeitsgruppen, in denen die Lehrkräfte ihre eigenen Ideen weiterentwickelt und umgesetzt haben, gab es vonseiten des Jugend präsentiert Kids-Teams mehrere theoretische Impulse. Passend zum Motto des diesjährigen Lab Days Grundschule ging es gleich zu Beginn bei Alena Simon und Sunyoung An um die Gestaltung eines guten Präsentationsposters: Worauf kommt es da überhaupt an? Und was können wir dabei von Kindern schon erwarten?

Für die teilnehmenden Lehrkräfte waren die theoretischen Impulse eine praktische Stütze für die Umsetzung der eigenen Ideen, von den Ergebnissen können jetzt Lehrkräfte im gesamten Netzwerk profitieren. Eine Arbeitsgruppe entwickelte beispielsweise eine Symbolkartei für die Klassen 1 und 2, die Kindern helfen soll, Präsentationen mithilfe einfacher Symbole zu strukturieren und Inhalte leichter zu erfassen. Ergänzt wurde die Kartei durch ein Beispielplakat zum Blauwal, das bewusst fast ohne Schrift auskommt und stattdessen mit Symbolen und Moderationskarten arbeitet. Eine weitere Übung beschäftigte sich mit dem Thema „Reduktion“: Die Kinder lernen dabei, aus vielen Informationen die wichtigsten auszuwählen, zu priorisieren und passende Symbole dafür zu finden. So verbinden die Materialien Präsentationskompetenz mit kreativem und altersgerechtem Lernen schon in der Grundschule.

Was sagen die teilnehmenden Lehrkräfte?

Susanne zum Felde war bereits zum zweiten Mal beim Lab Day Grundschule dabei. Die 56-Jährige ist Schulleiterin an der Grundschule Balje (Niedersachsen) und sieht in der Erarbeitung und Gestaltung eines Posters als Unterrichtsmethode großes Potenzial für die Zukunft: „Wir wollen ja, dass Kinder lernen, sich selbst mit Themen auseinanderzusetzen. Wenn wir ihnen dafür das notwendige Handwerkszeug schon früh vermitteln, ermöglicht das auch später ganz viel weiteres.“

Als konkretes Beispiel nennt sie einen Aufruf des Dorfbürgermeisters an die Bevölkerung, eigene Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft des Ortes einzubringen. Zum Felde hatte sich mit ihren Schüler*innen ebenfalls daran beteiligt. Wenn nun die Kinder bereits über das Handwerkszeug verfügen, sich in Themen einzuarbeiten und sich einzubringen, sei bei Gelegenheiten wie dieser mehr Kapazität für den eigentlichen Inhalt vorhanden.

Wo gehört was hin? Ein gutes Poster will gelernt sein.

Großer Zusammenhalt und gute Atmosphäre unter den Teilnehmer*innen

Ganz neu dabei in Kassel war Sofie Kaske, sie ist Grundschullehrkraft an der Deutschen Schule Bratislava (Slowakei) und berichtet von ihrem Einstieg bei Jugend präsentiert Kids. „Präsentationen sind bei uns an der Schule, die auch weiterführende Schulen umfasst, überall präsent. Nachdem im Gymnasium der Wunsch aufkam, Präsentationen ins Curriculum aufzunehmen, wollten wir das Thema auch schon in der Grundschule verankern“, sagt die 28-Jährige. Ob im morgendlichen Erzählkreis oder bei der ersten „richtigen“ Präsentation vor der Klasse – Präsentieren sei ein wichtiger Bestandteil auch in der Grundschule.

Kaske betont auch den großen Zusammenhalt und die angenehme Atmosphäre unter den Lehrkräften auf dem Lab Day: „Jede von uns steht an einem anderen Punkt mit ihrer Schule, von diesen unterschiedlichen Perspektiven profitieren wir hier alle.“

Präsentieren stärkt das Selbstbewusstsein

Einen weiteren wichtigen Aspekt bringt Claudia Kühn von der Grundschule Rechtenbach (Hessen) mit ein. Die 60-Jährige war ebenfalls zum ersten Mal beim Lab Day dabei, kennt aber bereits die Vorteile von Präsentationskompetenz für die Kinder. „Zum Beispiel stille Kids können dabei aktiviert werden. Wenn das gelingt, gehen sie gestärkt aus der Situation heraus. Dann ist eine gute Basis für das ganze Leben aufgebaut – und das ist ja ganz allgemein der Reiz unseres Berufs“, sagt Kühn.

Auch für DaZ-Kinder (Deutsch als Zweitsprache) bietet die Präsentation im Unterricht für Kühn eine gute Möglichkeit, Selbstbewusstsein aufzubauen. Ob allein oder in einer Gruppenpräsentation: am Ende stehe die Erkenntnis: „Das kann ich auch!“ Kühn sieht einen großen Vorteil darin, damit schon in der Grundschule zu beginnen. „Wir können hier einen positiven Rahmen schaffen und die Freude am Präsentieren auch für später aufbauen.“