„Traut euch!“ Was erfahrene Jugend präsentiert-Teilnehmende Neulingen mit auf den Weg geben

Eine Gruppe von Schüler*innen mit orangenen T-Shirts, auf denen "Präsentationsakadamie 2026" steht

Wie fühlt es sich an, mehr als einmal in den Wettbewerb bei Jugend präsentiert zu starten? Was nimmt man aus mehreren Wettbewerbsrunden mit? Und welchen Rat würden erfahrene Teilnehmende denjenigen geben, die noch überlegen, sich zu bewerben?

Antworten auf diese Fragen gab es bei den diesjährigen Präsentationsakademien. Dort bereiteten sich viele der rund 150 Finalist*innen des Wettbewerbs gemeinsam auf das Bundesfinale vor. An den drei Standorten Bayreuth, Heidelberg und Hannover sowie bei einer Online-Ausgabe arbeiteten sie in Workshops mit den Juniortrainer*innen an ihren Präsentationen, erhielten individuelles Feedback und lernten sich untereinander kennen. Neben dem Training standen auch Programmpunkte wie eine Stadtrallye oder ein Quiz auf dem Programm.

Für einige der Teilnehmenden war die Präsentationsakademie bereits vertrautes Terrain. Manche standen schon mehrfach im Bundesfinale, andere waren zwischenzeitlich sogar als Jurymitglied sozusagen auf der „anderen Seite“ des Wettbewerbs Teil von Jugend präsentiert.

„Trau dich, dich auf neue Sachen einzulassen“

Für Julian Leier vom Welfen-Gymnasium Schongau war der Wettbewerb im vergangenen Jahr eine Premiere. Mit seiner Präsentation zur Frage „Warum regnet es auf anderen Planeten Diamanten?“ stand er dabei im Bundesfinale, in diesem Jahr hat er sich mit dem Thema der Expansion des Universums erneut qualifiziert.

Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm jedoch nicht nur die Präsentationen. „Alle sind so unfassbar nett und man redet miteinander, als wäre man schon ewig befreundet. Das finde ich faszinierend, das ist das Beste hier“, sagt der 17-Jährige.

Auch persönlich habe ihn die Teilnahme verändert. „Ich war krass schüchtern, jetzt fühle ich mich komplett anders.“ Zwar sei jede Präsentation weiterhin eine neue Herausforderung, doch vieles falle inzwischen leichter. „Ich finde es jedes Mal schön, eine neue PowerPoint aufzumachen und etwas daraus zu machen.“ Oft verliere er sich stundenlang im Gestalten seiner Folien und ist dabei auch angetrieben von der Neugier auf sein Thema.

Sein Rat an alle, die noch überlegen mitzumachen: „Trau dich, dich auf neue Sachen einzulassen.“ Er selbst habe lange gezögert. Heute ist für ihn klar: „Es hat sich unfassbar gelohnt.“

Präsentieren lernt man nur durchs Präsentieren

Auch Raphael Lenz vom Gymnasium Gröbenzell kennt Jugend präsentiert inzwischen bestens. Bereits zum vierten Mal nimmt der 19-Jährige am Wettbewerb teil, zum dritten Mal hat er sich für das Bundesfinale qualifiziert. Trotzdem nutzt er die Präsentationsakademie, um weiter an seinen Fähigkeiten zu arbeiten.

In diesem Jahr möchte er vor allem strukturierter an die Vorbereitung herangehen. Außerdem will er lernen, mit weniger Druck in Präsentationssituationen zu gehen. „Es ist einfach gut, in dieser Situation zu sein und zu lernen, damit umzugehen“, sagt er.

Dass ihm das Präsentieren inzwischen deutlich leichter fällt, merkt Raphael auch außerhalb des Wettbewerbs. Im vergangenen Jahr nahm er zusätzlich am Wettbewerb von Jugend debattiert teil. „Ich kannte die Situation schon. Wenn du das schon mal gemacht hast, hilft es dir ungemein, sie zu meistern.“ Jedes Erfolgserlebnis stärke außerdem das Selbstvertrauen.

Seine Erfahrungen gibt er inzwischen sogar an andere weiter. An seiner Schule hat Raphael einen eigenen Präsentationskurs für Mitschüler*innen angeboten. Seine Empfehlung fällt deshalb eindeutig aus: „Unbedingt mitmachen. Länderfinale, Präsentationsakademie und Bundesfinale sind immer tolle Veranstaltungen mit einer sehr schönen Atmosphäre. Man trifft viele Leute mit ähnlichen, aber auch ganz unterschiedlichen Interessen. Und uns alle verbindet, dass wir fürs Präsentieren brennen.“

Lernen hört auch im Finale nicht auf

Dass selbst erfahrene Teilnehmende die Präsentationsakademie nutzen, um an ganz konkreten Punkten zu arbeiten, zeigt auch Rasso Barnsteiner vom Welfen-Gymnasium Schongau. Nach seiner Finalteilnahme 2024 war er zunächst als Fellow und später sogar als Jurymitglied bei Jugend präsentiert aktiv. In diesem Jahr steht er nun wieder selbst auf der Bühne.

Sein Ziel ist klar: Er möchte lernen, früher bei einer Leitfrage zu bleiben und seiner ersten Idee mehr zu vertrauen. „Mir ist es schon passiert, dass ich zu schnell noch einmal alles umgeworfen habe“, erzählt er.

Was ihn immer wieder zu Jugend präsentiert zurückbringt? „Die Gemeinschaft, die Erlebnisse, die einem keiner mehr nehmen kann.“ Sobald eine Einladung zu einer Veranstaltung im Postfach lande, sei für ihn klar: „Ich bin am Start.“

Sein Tipp an neue Teilnehmende lautet deshalb: „Glaubt an euch und daran, dass ihr das gut machen werdet.“

„Der Vortrag steht im Mittelpunkt“

Auch Vincenza Steinert vom Julius-Echter-Gymnasium blickt inzwischen auf mehrere Jahre Jugend präsentiert zurück. 2024 erreichte sie mit ihrer Präsentation „Farbenspiel am Himmel“ die Top 20 des Bundesfinales. Im vergangenen Jahr unterstützte sie den Wettbewerb als Jurymitglied, in diesem Jahr ist sie wieder als Teilnehmerin dabei.

Die Perspektive hinter dem Jurytisch habe ihr geholfen. „Ich verstehe jetzt auch als Teilnehmerin viel besser, wie die Jury tickt.“ Gleichzeitig habe sie gelernt, wie wichtig gutes Feedback ist, sowohl für andere als auch für die eigene Entwicklung.

Vor einer Präsentation sei sie noch immer nervös. Der Unterschied zu früher: „Ich weiß inzwischen, dass es klappt.“

Neulingen rät sie deshalb, den Fokus nicht zu verlieren. „Der Vortrag steht im Mittelpunkt, nicht die Präsentationsfolien.“ Frei zu sprechen sei oft wirkungsvoller, als sich zu sehr auf Karteikarten oder Folien zu verlassen.

Und noch etwas möchte sie allen mitgeben: „Es ist wirklich keine Floskel, dass man viele Leute kennenlernt. Die Fahrten von Jugend präsentiert muss man einfach mitgenommen haben.“