Zeig mir, was du weißt: So berichten Grundschulkinder von ihrem Präsentationswettbewerb

Ein Poster einer Schülerin zu ihrer Präsentation über Dackel

„An Schmetterlingen finde ich cool, dass sie, obwohl sie so klein sind, sehr schön aussehen.“ So schlicht und zugleich einleuchtend bringt Eva auf den Punkt, was sie an ihrem Präsentationsthema besonders reizt. Die Neunjährige aus der Klasse 3b nimmt an der Grundschule Rechtenbach (Hessen) am Präsentationswettbewerb teil und hat gerade vor der schuleigenen Jury ihre Präsentation über Schmetterlinge gehalten. Mit Hilfe eines selbstgestalteten Posters hat sie dabei ihre Präsentationskompetenz und ihr gesammeltes Fachwissen unter Beweis gestellt: „Ich habe viel gelernt, was ich vorher nicht wusste. Zum Beispiel, wie Schmetterlinge im Winter zurechtkommen“, sagt Eva. Das Thema hat sie gemeinsam mit ihrer Oma erarbeitet, die auch viele Fotos fürs Poster beigesteuert hat.

Heute ist großer Finaltag des Präsentationswettbewerbs in Rechtenbach, den die Schule mit Unterstützung von Jugend präsentiert Kids bereits zum zweiten Mal durchführt. Insgesamt sieben dritte und vierte Klassen sowie rund 150 Schüler*innen waren zuvor in der ersten Runde am Start, um allein oder als Gruppe vor der eigenen Klasse zu zeigen, was sie übers Präsentieren gelernt haben: Wie stehe ich vorne richtig da? Wie sollte ich sprechen? Wie wähle ich ein gutes Thema aus? Wie setze ich Hilfsmittel wie Poster richtig ein? Und natürlich: Was habe ich Interessantes über mein Thema gelernt?

Wie war es für die Kinder im Finale?

Die rund 25 Finalist*innen sind heute noch einmal vor der Jury gefordert. Eva hat den aufregendsten Teil schon erfolgreich gemeistert, sitzt jetzt gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Hilla in einem Klassenraum vor dem Laptop und gemeinsam erzählen die beiden dem Team von Jugend präsentiert Kids, das aus Berlin zugeschaltet ist, wie es lief.

„Es lief gut, wir haben viel gelacht“, sind sich die Drittklässlerinnen einig. „Jetzt bin ich aber immer noch ganz aufgeregt. Vielleicht schaffe ich den ersten Platz, das würde mich echt freuen“, sagt Hilla, die als Thema Dackel gewählt hat. „Ich bin aber auch erleichtert, dass ich es geschafft habe“, ergänzt Eva. Beide freuen sich schon sehr auf die Siegerehrung in ein paar Tagen. Gegen die Aufregung habe es sehr geholfen, zur Präsentation etwas mitzubringen. Neben den selbsterstellten Postern können das, wie bei Hilla, zum Beispiel Dackel-Kuscheltiere sein.

Ähnlich geht es Taja, Leonie und Leana. Die drei Zehnjährigen aus der Klasse 4b waren bei ihren Präsentationen zu Finnland beziehungsweise der K-Pop-Gruppe Blackpink auch ganz schön aufgeregt. „Mir hat es da geholfen, beim Sprechen immer mal auf die Fotos auf dem Poster zu zeigen“, sagt Leonie. „Und ich fand es cool, dass die Jury uns freundlich begrüßt hat. Je länger ich geredet habe, umso mehr ging auch die Aufregung weg.“

Es macht Spaß, anderen etwas zu erklären

Jakob und Anton aus der Klasse 4a haben gemeinsam zum Thema Kristalle präsentiert. „Wir haben auch welche mitgebracht, ich sammle die zuhause“, erzählt Jakob. „Ich finde es sehr cool, wie die glitzern und welche verschiedenen Formen Kristalle haben.“ Beide haben schon im letzten Jahr beim Wettbewerb mitgemacht. Entsprechend besser war es dieses Mal auch mit der Aufregung. „Wir wussten, wie es abläuft, und es hat uns schon geholfen, dass wir es schon mal gemacht haben“, sagt Anton. Am meisten Spaß macht den beiden am Präsentieren, den Mitschülern etwas zu erklären, das sie begeistert. „Und ich finde, dass wir das beste Plakat der Klasse gemacht haben“, ergänzt Anton.

Auch aus der 4a ist Nora, sie hat sich als Thema die Queen ausgesucht. „Ich hatte ein Buch mit vielen Infos ausgeliehen, außerdem habe ich gegoogelt und dann die wichtigsten Sachen ausgewählt“, sagt die Zehnjährige. Fürs Poster hat sie aus dem Unterricht mitgenommen, dass es wichtig ist, nicht alles mit Bildern „vollzuklatschen“. In der Vorbereitung hatte Nora noch ein wenig Zweifel an sich: „Ich dachte zuerst ich schaff das nicht. Deshalb bin ich jetzt ganz erleichtert.“ In der Vorbereitung habe ihr sehr geholfen, mit Freundinnen zu üben, die dann für sie die Zeit gestoppt haben. Auch Nora macht das Präsentieren großen Spaß: „Man ist aufgeregt, aber es macht Spaß, anderen Leuten was zu erzählen, was sie nicht wissen.“

Der Text auf dem Poster muss gut lesbar sein

Aus dem gleichen Grund sind auch Samuel und Jonah aus der 3c mittlerweile Präsentations-Fans. Mit Dinosauriern („Ich finde es cool wie viele Arten es gab und wie groß sie waren.“) beziehungsweise Kängurus („Ich wusste noch nicht viel darüber, deshalb habe ich sie ausgesucht.“) haben sich beide bestimmte Tiere als Thema gewählt. „Fürs Poster ist es wichtig, dass man viel Text auswählt, damit man viel lernt. Aber es soll auch schön aussehen. Also es nützt auch nichts, wenn der Text so klein ist, dass man gar nichts mehr lesen kann“, gibt Samuel als Tipp.

Jule und Leonie aus der 3a haben gemeinsam zu Hauptstädten und Ländern Europas präsentiert. Die beiden Neunjährigen sind, wie fast alle ihrer Mitschüler*innen, nach der Präsentation erstmal sehr erleichtert. Den beiden hat dabei vor allem das Zusammenspiel im Team geholfen. „Wenn ich was gesagt habe, hat Jule am Poster darauf gezeigt“, erzählt Leonie. „Und wenn man mal was vergisst, kann man einfach aufs Poster gucken.“ Als Tipp fürs nächste Mal nehmen die beiden mit: „Gut üben und vorbereiten“, sagt Leonie. Und gegen die Aufregung hat Jule noch einen Tipp: „Vorher tief einatmen, dann in den Raum gehen und im Raum langsam ausatmen.“

Welches Fazit zieht die Organisatorin?

„Es war ein toller und abwechslungsreicher Wettbewerb, für die Kinder und für die Jurymitglieder. Alle haben hinterher gestrahlt, wir auch!“, sagt Claudia Kühn, die als Lehrkraft an der Grundschule Rechtenbach organisatorisch hinter dem Schulwettbewerb steht, einige Tage nach dem Wettbewerb. In diesem Jahr hatte man sich dazu entschieden, die dritten und vierten Klassen getrennt voneinander zu bewerten, was sich laut Kühn auch bewährt hat. „Einige Präsentatoren hatten sich dieses Jahr ein Quiz am Ende des Vortrages für die Jury überlegt, bei dem diese ganz schön ins Schwitzen geriet“, verrät die Lehrerin. Andere brachten unterschiedlichste Gegenstände zur Veranschaulichung ihres Themas mit. „Es gab Kristalle, Pferdegeschirr, Stofftiere, einen Pokal und sogar einen Dackelkuchen für die Jury, die sich dadurch natürlich nicht in ihrer Beurteilung beeinflussen ließ. Jeder in der Jury konnte spüren, mit welcher Motivation und Freude die Themen sehr individuell ausgewählt und präsentiert wurden“, so Kühn.

Erste wurden am Ende übrigens Jule und Leonie (Hauptstädte und Länder Europas) für die dritten Klassen beziehungsweise Anton und Jakob (Kristalle) für die vierten Klassen. Bei der Siegerehrung einige Tage später ging aber niemand leer aus: für alle gab es Urkunden und Sachgeschenke von Jugend präsentiert Kids.